Brüssel

EU Circular Economy Act: Was bedeutet er für PVC- und Kunststoffverarbeiter?

Allgemeines

Der EU Circular Economy Act (CEA) soll 2026 von der EU-Kommission vorgeschlagen werden. Ziel ist ein EU-Binnenmarkt für Abfälle und Sekundärrohstoffe, mehr hochwertiges Recycling und eine stärkere Nachfrage nach Rezyklaten. Die EU will den Anteil recycelter bzw. wiederverwendeter Materialien an der gesamten Materialnutzung von 12,2 % (2024) auf 24 % bis 2030 verdoppeln.

Für PVC- und Kunststoffverarbeiter bedeutet dies insbesondere:

  • Mehr Rezyklateinsatz: Der regulatorische und wirtschaftliche Druck, recycelte Materialien einzusetzen, wird steigen. Für bestimmte Anwendungen bestehen bereits Rezyklatvorgaben; der CEA soll den Markt für Sekundärrohstoffe insgesamt stärken.
  • Mehr Nachfrage und Markt für Rezyklate: Die Kommission will Angebot und Nachfrage nach hochwertigen Sekundärrohstoffen zusammenbringen und grenzüberschreitenden Handel erleichtern.
  • Nachweisbarkeit wird wichtiger: Rezyklatanteil, Herkunft und Qualität müssen zunehmend belastbar dokumentiert werden.
  • Produktdesign: Recyclingfähigkeit und die Verfügbarkeit geeigneter Recyclingströme werden stärker in die Produktentwicklung einfließen.
  • PVC-spezifisch: Die Verfügbarkeit von hochwertigem R-PVC sowie der Umgang mit Additiven und historischen Schadstoffen sind zentrale Themen. Bestehende EU-Regeln enthalten bereits spezielle Anforderungen für bestimmte Produkte aus recyceltem PVC.

Die Ausgangslage zeigt den Handlungsdruck: 2024 wurden EU-weit erst 12,2 % der eingesetzten Materialien aus Recycling gewonnen; seit 2010 stieg der Anteil lediglich von 10,7 % auf 12,2 %.

Auch bei Kunststoffen ist die Entwicklung noch zu langsam. Laut dem aktuellen Bericht zur Kreislaufwirtschaft vom Kunststofferzeugerverband Plastics Europe lag die europäische Produktion zirkulärer Kunststoffe 2024 bei 8,7 Mio. t bzw. 15,8 % der Gesamtproduktion. Gleichzeitig wurden 19 % der Nachfrage der Kunststoffverarbeiter nach zirkulären Kunststoffen durch Importe gedeckt. Mehr als 70 % der in Europa gesammelten Kunststoffabfälle wurden 2024 noch energetisch verwertet oder deponiert.

Für unsere Mitgliedsunternehmen bedeutet der CEA daher weniger eine einzelne neue Vorschrift als eine strukturelle Veränderung der Rohstoffbasis: Rezyklate werden strategisch wichtiger, Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Dokumentation steigen und der Zugang zu qualitativ geeigneten Sekundärrohstoffen wird zu einem Wettbewerbsfaktor.

Unsere Stellungnahme:

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